Open-Airs & Festivals

Tages-Open-Air oder Camping-Festival im Fünfseenland?

Ein Camping-Festival am Starnberger See klingt nach einer naheliegenden Kombination: Musik, Wasser, Sommerabend, Zeltplatz. In der Veranstaltungsrealität des Fünfseenlands funktioniert dieses Bild jedoch nur eingeschränkt.

Tages-Open-Air oder Camping-Festival im Fünfseenland?

Die Region ist keine freie Festivalfläche mit beliebig nutzbaren Uferwiesen, sondern ein dicht regulierter Natur- und Erholungsraum. Wer hier ein Open Air plant, muss Akustik, Verkehr, Naturschutz, Anwohner, Rettungswege und Übernachtung strikt voneinander trennen.

Genau deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur Tagesfestival vs. Camping-Festival in Starnberg, sondern: Welche Veranstaltungsform passt überhaupt zur Infrastruktur der Region? Das klassische Mehrtagesfestival mit Camping direkt am Gelände fehlt im Fünfseenland nicht zufällig. Es scheitert an rechtlichen Rahmenbedingungen, an fehlenden zusammenhängenden Flächen und an einer Logistik, die sich nicht einfach auf eine Wiese am See verlagern lässt.

Rund um den Starnberger See, den Ammersee, den Wörthsee, den Pilsensee und den Weßlinger See dominiert ein anderes Modell: Tages-Open-Airs, Kulturveranstaltungen, Seefeste, Open-Air-Kino und kleinere Veranstaltungen im Freien. Das ist weniger spektakulär als ein Festivalwochenende mit Campingdorf. Für Besucher kann es aber die deutlich sauberere, planbarere und regional passendere Lösung sein.

Die Realität der Freiluft-Saison: Das Fünfseenland ist kein Campinggelände

Ein Camping-Festival braucht weit mehr als eine Bühne und ein Soundsystem. Sobald Besucher über mehrere Tage bleiben, wird aus einem Open Air eine temporäre Stadt. Dafür sind Flächen für Zelte, Fahrzeuge, Sanitäranlagen, Trinkwasser, Abfall, Strom, Rettungsfahrzeuge und Zufahrten notwendig. Die Infrastruktur muss nicht nur am Abend des Konzerts funktionieren, sondern rund um die Uhr.

Für die Veranstaltungsplanung bedeutet das eine andere Größenordnung. Ein Tages-Open-Air kann den Einlass, die Gastronomie und die Abreise auf ein begrenztes Zeitfenster konzentrieren. Bei einem Camping-Festival entstehen dagegen permanente Betriebsabläufe:

  • Sanitäranlagen müssen auch nachts zugänglich und regelmäßig gereinigt werden.
  • Rettungswege dürfen nicht durch Zelte, Pavillons oder abgestellte Fahrzeuge blockiert werden.
  • Strom- und Wasserversorgung müssen für das gesamte Gelände ausgelegt sein.
  • Müll, Glas, Grillreste und Abwasser fallen nicht nur während der Show an.
  • Die Verkehrsplanung betrifft Anreise, Abreise, Shuttleverkehr, Lieferfahrzeuge und Einsatzkräfte.
  • Lärm entsteht nicht allein während des Bühnenprogramms, sondern auch auf Campingflächen und Zufahrten.

Am See verschärft sich diese Lage. Uferbereiche sind ökologisch empfindlich und touristisch stark genutzt. Eine Fläche, die tagsüber wie eine unproblematische Wiese aussieht, kann naturschutzrechtlich, wasserrechtlich oder kommunal ganz anders bewertet werden. Dazu kommen enge Straßen, begrenzte Parkmöglichkeiten und die Interessen von Anwohnern, Badegästen, Landwirtschaft und Naturschutz.

Das erklärt, warum sich die Freiluft-Saison in Starnberg und im Fünfseenland überwiegend als Tagesprogramm entwickelt. Die Veranstaltung endet, bevor aus dem Konzertgelände ein dauerhaft zu versorgender Übernachtungsbereich wird.

Ein Open Air am See ist nicht automatisch ein Festivalgelände am See. Zwischen Bühne und Campingdorf liegen Genehmigungen, Rettungswege, Versorgung und ein vollständiges Infrastrukturkonzept.

Warum der Festivalbegriff oft in die falsche Richtung führt

In der Werbung werden Begriffe wie Sommerfestival, Open Air oder Festival teilweise großzügig verwendet. Gemeint sein kann ein einzelner Konzertabend, eine Kulturreihe, ein Open-Air-Kino oder ein Tagesprogramm mit mehreren Programmpunkten. Das ist nicht dasselbe wie ein Mehrtagesfestival mit Camping, Wochenendticket und eigener Übernachtungsfläche.

Für die Ticketplanung macht dieser Unterschied viel aus. Ein Tagesticket für ein Open Air in Bayern deckt in der Regel den Zutritt zur Veranstaltung ab, nicht die Übernachtung, den Stellplatz oder die Nutzung eines Campingbereichs. Ein vermeintliches Wochenendticket für ein Festival am Starnberger See sollte daher genau geprüft werden: Gibt es tatsächlich eine offizielle Campingfläche? Ist der Stellplatz Bestandteil des Tickets? Liegt der Campingplatz am Gelände oder mehrere Kilometer entfernt? Gibt es einen Shuttle?

Bei nicht eindeutig bestätigten Veranstaltungen ist besondere Vorsicht angebracht. Bezeichnungen wie „Waldklang Festival Starnberg“ oder „HyperDrive OpenAir Starnberg“ entsprechen nach der vorliegenden Faktenlage keinen nachweisbaren Musikfestivals mit bestätigten Terminen, Veranstaltungsorten und offiziellen Ticketverkäufen in Starnberg. Ein stimmungsvoller Name ersetzt keinen bestätigten Veranstalter, keinen belastbaren Spielort und keine genehmigte Infrastruktur.

Rechtliche Hürden: Wildcampen in Bayern ist keine Festivalstrategie

Die wichtigste Grenze verläuft nicht zwischen Zelt und Wohnmobil, sondern zwischen offizieller Campingfläche und unbefugtem Übernachten. Das Bayerische Naturschutzgesetz und das Landeswaldgesetz verbieten freies Campen und Zelten in der freien Natur, in Wäldern und in Naturschutzgebieten. Das betrifft auch den Versuch, eine Open-Air-Veranstaltung durch eigenmächtiges Übernachten am Ufer oder im Wald zu verlängern.

Wer nach dem Konzert einfach am Starnberger See stehen bleibt, bewegt sich nicht automatisch in einer geduldeten Grauzone. In bayerischen Schutzgebieten können für unerlaubtes Zelten Bußgelder von 15 bis 500 Euro anfallen. Für das unerlaubte Freistehen mit Wohnmobilen oder anderen Fahrzeugen sind je nach Fall Bußgelder bis zu 2.500 Euro möglich.

Die genaue Höhe hängt von den Umständen und dem jeweiligen Gebiet ab. Für die Planung reicht aber eine einfache Konsequenz: Der Seeufer-Parkplatz ist kein Campingplatz, die Waldlichtung keine Festivalfläche und das Fahrzeug auf einer öffentlichen Fläche keine verlässliche Übernachtungsoption.

Zelt, Camper und Parkplatz sind drei verschiedene Dinge

In der Praxis werden diese Situationen häufig vermischt:

1. Offizieller Campingplatz:

Der Betreiber verfügt über eine zugelassene Fläche und regelt Stellplätze, Sanitäranlagen, Zufahrt und Aufenthaltsdauer. Das ist die belastbare Option für eine Übernachtung im Zelt, im Wohnwagen oder im Camper.

2. Parkplatz mit zulässiger Übernachtung:

Ein Parkplatz kann für bestimmte Fahrzeuge und Zeiträume freigegeben sein. Daraus entsteht aber kein allgemeines Recht, dort zu campen, Vorzelte aufzubauen, Stühle aufzustellen oder mehrere Tage zu bleiben.

3. Freies Zelten oder Freistehen:

Eine Wiese, ein Uferbereich oder ein Waldparkplatz wird nicht dadurch legal, dass dort bereits andere Fahrzeuge stehen. Gerade bei beliebten Sommerzielen kann eine kurzfristig tolerierte Situation jederzeit beendet werden.

4. Festival-Camping:

Dafür braucht es eine ausdrücklich eingerichtete und genehmigte Campingfläche. Das Ticket muss nicht nur den Zutritt zum Konzert, sondern gegebenenfalls auch den Campingbereich oder Stellplatz abdecken.

Diese Unterscheidung ist für das Fünfseenland besonders relevant. Die Region lebt von ihrer Landschaft, aber genau diese Landschaft setzt der temporären Massennutzung Grenzen. Ein Veranstaltungskonzept, das mit mehreren Nächten, offenen Feuerstellen und frei abgestellten Fahrzeugen rechnet, passt nicht zu den rechtlichen und räumlichen Bedingungen vor Ort.

Tages-Events statt Mehrtages-Wahnsinn

Das Tages-Open-Air ist im Fünfseenland kein Notbehelf. Es ist eine eigenständige Veranstaltungsform mit klaren Vorteilen. Für das Publikum bedeutet sie: Anreise, Programm, Abreise. Für den Veranstalter bedeutet sie: kontrollierbare Betriebszeiten, weniger dauerhafte Infrastruktur und eine präzisere Steuerung des Geländes.

Auch akustisch ist ein Tagesformat anspruchsvoll, aber kalkulierbarer. Eine Freiluftanlage arbeitet nicht gegen die Reflexionen einer klassischen Halle, sondern gegen Wind, Temperaturgradienten, Geländeformen und die offene Schallausbreitung. Ein Line-Array muss sauber auf die Publikumsfläche ausgerichtet werden. Bei größeren Arealen können Delay-Tower erforderlich sein, damit die hinteren Bereiche nicht mit zu hoher Lautstärke aus den Hauptsystemen beschallt werden.

Am Wasser kommt eine weitere Variable hinzu: Wind kann Schall in eine Richtung tragen und in einer anderen Zone abschwächen. Die akustische Reichweite lässt sich nicht nur über die Lautstärke steuern. Entscheidend sind Systemdesign, Aufbauhöhe, Ausrichtung, Laufzeitkorrektur und die Lage empfindlicher Nachbarschaften.

Ein Tagesformat reduziert dabei nicht automatisch die Lärmbelastung. Es schafft aber ein klareres Zeitfenster. Der Veranstalter kann den Soundcheck, den Einlass, das Bühnenprogramm und den Abbau in einem festgelegten Ablauf organisieren. Beim Camping-Festival müsste zusätzlich geregelt werden, wie lange Musik, DJ-Programm, Gastronomie und Publikumsbetrieb auf dem Übernachtungsgelände fortgesetzt werden.

Welche Freiluftformate in der Region realistisch sind

Die Veranstaltungslandschaft rund um Starnberg ist vielfältiger, als der Vergleich mit großen Camping-Festivals zunächst vermuten lässt. Sie funktioniert nur anders:

VeranstaltungsformTypischer AblaufÜbernachtung am GeländeTechnische Besonderheit
Tages-Open-AirEinlass, Bühnenprogramm, Abreise am selben TagIn der Regel neinSchallausbreitung, Anwohner- und Verkehrsmanagement
Open-Air-KinoAbendvorstellung mit begrenztem ZeitfensterNeinSprachverständlichkeit, gleichmäßige Beschallung, Bildtechnik
SeefestMehrere Programmpunkte im öffentlichen RaumNeinVerteilte Publikumsflächen, Sicherheits- und Wegekonzept
Kulturveranstaltung im FreienKonzert, Lesung, Film oder BühnenprogrammNeinOrtsabhängige Akustik und sensible Nachbarschaften
Camping-FestivalMehrtägiges Programm mit ÜbernachtungNur bei offizieller FlächeVersorgung, Sanitär, Rettungswege und Dauerbetrieb

Das Open Air Kino im Seebad Starnberg vom 3. bis 20. August 2026 steht beispielhaft für diese regionale Logik. Es ist ein Freiluftangebot mit festem Abendprogramm, aber kein Camping-Festival. Für Besucher entsteht dadurch eine klare Planung: Ticket für die Vorstellung, An- und Abreise organisieren, anschließend zurück zur Unterkunft.

Auch das Fünf Seen Filmfestival folgt einem Kulturmodell, das nicht mit einem Musik-Campingfestival verwechselt werden sollte. Das Festival findet vom 3. bis 13. September 2026 statt und feiert sein 20. Jubiläum. Die Veranstaltungsorte und das Programm verteilen sich im regionalen Kulturraum; der Festivalbesuch ist auf Vorstellungen und einzelne Veranstaltungen ausgerichtet, nicht auf das dauerhafte Leben auf einem Campinggelände am See.

Im Fünfseenland liegt die Qualität oft gerade in der Begrenzung: ein präzise geplantes Abendprogramm statt drei Tage Infrastruktur-Betrieb auf empfindlicher Landschaft.

Akustik am See: Die Bühne ist nur der sichtbare Teil

Wer ein Open Air besucht, sieht Bühne, Licht und Publikum. Die eigentliche technische Arbeit beginnt dahinter. Bei einer Veranstaltung am See muss das Soundsystem so dimensioniert und ausgerichtet werden, dass die Publikumsfläche gleichmäßig versorgt wird, ohne unnötig weit in die Umgebung zu abstrahlen.

In einer Halle helfen Wände und Decke bei der akustischen Einordnung, auch wenn sie zugleich problematische Reflexionen erzeugen können. Im Freien fehlt diese Begrenzung. Das Signal verschwindet nicht einfach, sondern breitet sich in einem offenen Raum aus. Windrichtung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen die Wahrnehmung. Tiefe Frequenzen können sich über größere Distanzen bemerkbar machen, während Sprachverständlichkeit in den hinteren Bereichen schnell abfällt, wenn das System nicht sauber geplant ist.

Für die Produktion ergeben sich mehrere Kernaufgaben:

  • Das Hauptsystem muss zur Breite und Tiefe des Publikumsraums passen.
  • Delay-Tower dürfen nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf Sichtachsen und Sicherheitswege positioniert werden.
  • Bassmanagement ist bei Anwohnernähe und offenen Landschaftsräumen besonders sensibel.
  • Messpunkte und Betriebsgrenzen müssen während der Veranstaltung kontrolliert werden.
  • Der Aufbau darf weder Fluchtwege noch Zufahrten für Rettungsfahrzeuge beeinträchtigen.
  • Bei wechselnden Wetterbedingungen braucht die Produktion einen belastbaren Abbruch- oder Unterbrechungsplan.

Ein Camping-Festival würde diese Anforderungen räumlich vervielfachen. Neben der Hauptbühne gäbe es möglicherweise Nebenbühnen, DJ-Flächen, Gastronomie, Campingbereiche und Verkehrsachsen. Jede zusätzliche Schallquelle verändert die Bewertung. Die Nacht ist nicht einfach eine verlängerte Konzertzeit, sondern eine neue Betriebsphase mit anderen Anforderungen an Lärmschutz und Nachbarschaft.

Deshalb ist ein Tages-Open-Air wirtschaftlich und technisch nicht bloß die kleine Version eines Festivals. Es ist ein anderes Produkt. Der Veranstalter investiert stärker in einen klaren Programmpunkt und weniger in eine komplette temporäre Infrastruktur. Für das Publikum sinkt der Aufwand bei Anreise, Gepäck und Übernachtung. Für die Region sinkt die Belastung durch einen mehrtägigen Dauerbetrieb.

Offizielle Übernachtungsalternativen im Fünfseenland

Wer das Open-Air-Erlebnis mit einer Übernachtung verbinden möchte, muss den Campingplatz vom Veranstaltungsort trennen. Legales Übernachten im Zelt oder Camper ist im Fünfseenland auf behördlich genehmigten Campingplätzen möglich, unter anderem am Pilsensee, in Seeshaupt, in Ambach am Starnberger See, am Wörthsee oder in Utting am Ammersee.

Das klingt zunächst weniger direkt als Camping neben der Bühne. In der Praxis kann es sogar die angenehmere Lösung sein. Ein offizieller Campingplatz bietet eine Infrastruktur, die ein Festivalgelände nur unter erheblichem Aufwand temporär herstellen kann. Gleichzeitig bleibt der Veranstaltungsort frei von zusätzlichem Nachtbetrieb.

Für die Planung sollten Besucher zwei Buchungen gedanklich auseinanderhalten:

1. Das Ticket für die Veranstaltung:

Es regelt den Zutritt zum Open Air, zum Kino, zum Seefest oder zum Kulturprogramm.

2. Die Übernachtung:

Sie wird direkt beim Campingplatz oder bei der Unterkunft organisiert und ist nicht automatisch Bestandteil des Veranstaltungstickets.

3. Die Verbindung zwischen beiden Orten:

Entscheidend sind Entfernung, Rückfahrt, öffentliche Verkehrsmittel, Taxiangebot und mögliche Shuttle. Ein Fahrrad kann in der Region eine praktische Option sein, ist aber bei Nacht, Wetterumschwung oder starkem Verkehr nicht für jede Strecke geeignet.

4. Die Rückreise nach Veranstaltungsende:

Gerade bei Abendveranstaltungen muss früh geklärt werden, ob der letzte Zug oder Bus noch erreichbar ist. Wer mit dem Camper anreist, sollte nicht erst nach dem Konzert feststellen, dass der geplante Stellplatz mehrere Orte entfernt liegt und die Zufahrt nachts eingeschränkt ist.

Ein „Festival-Campingplatz Fünfseenland“ ist daher nicht automatisch eine offizielle Festivalfläche. Gemeint sein kann auch ein regulärer Campingplatz, der als Unterkunft für Besucher eines Tages-Events genutzt wird. Diese Lösung ist legaler, ruhiger und logistisch nachvollziehbarer als das improvisierte Übernachten am Seeufer.

Was ein gutes Tagesticket tatsächlich leistet

Ein Tagesticket ist keine abgespeckte Eintrittskarte. Es definiert den zeitlichen und räumlichen Rahmen des Events. Wer ein Open Air besucht, sollte deshalb auf die Angaben zum Einlass, Programmende, Veranstaltungsort und zur Anreise achten. Bei wechselhaftem Wetter kommt außerdem die Frage hinzu, ob und wie die Veranstaltung verschoben oder unterbrochen wird.

Für ein Tagesticket sprechen mehrere praktische Punkte:

  • Das Gepäck bleibt überschaubar; Zelt, Schlafsack und Campingausrüstung entfallen.
  • Die Rückreise kann vorab geplant werden, statt vom Campingplatzbetrieb abhängig zu sein.
  • Der Veranstaltungsort wird nur für die eigentliche Nutzung geöffnet.
  • Die Akustik- und Sicherheitsplanung konzentriert sich auf eine definierte Publikumszeit.
  • Ein Besuch lässt sich mit weiteren Aktivitäten am See oder in der Region verbinden.

Wer dagegen bewusst das soziale und räumliche Gesamterlebnis eines Camping-Festivals sucht, wird in Starnberg und dem Fünfseenland derzeit nicht dieselbe Struktur vorfinden wie auf großen Festivalarealen außerhalb der Region. Das ist keine Frage der richtigen Suchbegriffe. Es ist eine Frage der vorhandenen Flächen und der Genehmigungsfähigkeit.

Planungssicherheit für den Sommer 2026

Für den Sommer 2026 bieten sich im Fünfseenland vor allem Veranstaltungen an, deren Format und Ort klar erkennbar sind. Das Open Air Kino im Seebad Starnberg ist vom 3. bis 20. August 2026 angesetzt. Das 20. Fünf Seen Filmfestival folgt vom 3. bis 13. September 2026. Dazu kommen Seefeste und traditionelle Kulturangebote, die den Freiluftkalender der Region prägen.

Bei der Auswahl sollten Besucher nicht allein nach dem Wort Festival suchen. Aussagekräftiger sind konkrete Angaben:

  • Gibt es einen bestätigten Veranstalter?
  • Ist der Veranstaltungsort eindeutig benannt?
  • Sind Termin und Einlasszeiten veröffentlicht?
  • Werden Tickets über einen nachvollziehbaren offiziellen Verkauf angeboten?
  • Ist ein Campingbereich ausdrücklich ausgewiesen oder handelt es sich um ein Tages-Event?
  • Gibt es Informationen zu Anreise, Abreise und Wetterregelung?
  • Passt die Unterkunft zum Veranstaltungsort und zum Ende des Programms?

Gerade bei angeblichen Open-Air-Festivals mit großen Namen, dramatischen Landschaftsbildern oder Versprechen eines Campingwochenendes lohnt sich die technische Skepsis. Ein echtes Festival benötigt nicht nur ein Plakat. Es braucht Produktionspartner, Geländeplanung, Sicherheitskonzept, Infrastruktur und belastbare Kommunikation. Fehlen bestätigte Termine, Location und offizieller Ticketverkauf, sollte kein Geld für Anreise oder Unterkunft gebunden werden.

Das gilt auch für Suchanfragen wie „Open Air Starnberg ohne Camping“ oder „Wochenendticket Festival Starnberger See“. Die Suchintention ist verständlich, führt aber schnell zu einer falschen Erwartung: Ein Open Air ohne Camping ist nicht zwangsläufig ein verhindertes Festival. In dieser Region ist es oft genau das Format, das organisatorisch, rechtlich und akustisch sinnvoll geplant werden kann.

Die bessere Entscheidung ist nicht immer das größere Festival

Das Fünfseenland kann die Sehnsucht nach einem mehrtägigen Festivalwochenende nicht beliebig erfüllen. Freies Zelten ist verboten, Schutzgebiete setzen enge Grenzen, und offizielle Campingplätze liegen nicht automatisch direkt neben dem Veranstaltungsort. Wer diese Bedingungen ignoriert, riskiert Bußgelder, eine abgebrochene Übernachtung und eine unnötig komplizierte Rückreise.

Wer sie dagegen einplant, erhält ein stimmiges Modell: tagsüber oder abends zum Open Air, danach zurück auf einen offiziellen Campingplatz oder in eine Unterkunft. Das Konzert bleibt ein präziser Programmpunkt. Der See bleibt Erholungsraum. Die Veranstaltungstechnik kann auf eine definierte Fläche und Betriebszeit reagieren, statt ein ganzes Ufer über mehrere Tage zu beschallen und zu versorgen.

Für Besucher, die große Camping-Festivals gewohnt sind, mag das zunächst nach weniger aussehen. Aus Sicht der Produktion ist es oft mehr Kontrolle: weniger improvisierte Infrastruktur, klarere Wege, begrenztere Schallquellen und eine verlässlichere Abreise. Die regionale Freiluftsaison arbeitet nicht mit dem Prinzip maximaler Dauer, sondern mit sorgfältig gesetzten Zeitfenstern.

Das ist die eigentliche Stärke der Tages-Open-Airs in Starnberg und im Fünfseenland. Sie machen die Landschaft zur Kulisse, ohne sie in ein dauerhaftes Festivalgelände umzuwandeln. Wer ein Ticket kauft, sollte deshalb nicht nach dem Campingdorf suchen, das es hier nicht gibt. Er sollte das konkrete Event, den offiziellen Veranstaltungsort und den eigenen Rückweg sauber planen. Dann wird aus dem Abend am See kein logistischer Nebenschauplatz, sondern das, was ein gutes Open Air sein sollte: technisch präzise, regional verankert und nach dem letzten Ton auch wirklich abgeschlossen.

Häufige Fragen

Gibt es am Starnberger See ein Camping-Festival mit Camping direkt am Veranstaltungsgelände?
Das klassische Mehrtagesfestival mit Camping direkt am Gelände fehlt im Fünfseenland. Die Region setzt überwiegend auf Tages-Open-Airs, Kulturveranstaltungen, Seefeste und Open-Air-Kino.
Ist Wildcampen am Starnberger See erlaubt?
Nein. Das Bayerische Naturschutzgesetz und das Landeswaldgesetz verbieten freies Campen und Zelten in der freien Natur, in Wäldern und in Naturschutzgebieten. In bayerischen Schutzgebieten können für unerlaubtes Zelten Bußgelder von 15 bis 500 Euro anfallen.
Wo kann man im Fünfseenland legal mit Zelt oder Camper übernachten?
Legales Übernachten ist auf behördlich genehmigten Campingplätzen möglich, unter anderem am Pilsensee, in Seeshaupt, in Ambach am Starnberger See, am Wörthsee oder in Utting am Ammersee.
Ist Camping im Veranstaltungsticket für ein Open Air automatisch enthalten?
Nein. Das Veranstaltungsticket regelt den Zutritt zum Open Air, Kino, Seefest oder Kulturprogramm. Die Übernachtung wird separat beim Campingplatz oder bei der Unterkunft organisiert, sofern kein Campingbereich ausdrücklich ausgewiesen ist.
Welche Freiluftveranstaltungen sind für den Sommer 2026 im Fünfseenland genannt?
Das Open Air Kino im Seebad Starnberg ist vom 3. bis 20. August 2026 angesetzt. Das 20. Fünf Seen Filmfestival findet vom 3. bis 13. September 2026 statt.