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Kuratierte Auswahl

Musicals in Deutschland: der große Guide

Was gerade wirklich gespielt wird, wer den Kalender füllt — und welche Lücke unser Katalog hat.

Ein Musical bucht man selten spontan. Die großen Produktionen stehen ein Jahr im Voraus im Kalender, die Vorstellungsblöcke laufen wochenlang am selben Haus, und wer im Herbst nach Karten sucht, kauft in Wahrheit für das kommende Frühjahr. Dieser Guide sammelt deshalb nicht die nächsten sieben Tage, sondern alles, was an Musical-Terminen für Deutschland bestätigt ist — von den Weihnachtsstücken dieses Winters bis zu den Tourblöcken des kommenden Jahres.

Ehrlich gesagt ist der Bestand schmal, und er ist ungleich verteilt. Ein einziges Stück, MAMMA MIA! in der Original-Inszenierung, füllt allein sieben Städte und stellt damit fast ein Drittel dieser Seite. Für das laufende Jahr bleiben nur eine Handvoll Abende übrig, der Rest beginnt im Januar. Und die festen Musicalhäuser, die man bei diesem Thema zuerst erwartet — Hamburg, Stuttgart, die Dauerspielstätten mit einem Stück über Jahre —, verkaufen ihre Karten überwiegend über andere Vorverkäufer. Was dort läuft, taucht bei uns nur auf, wenn ein Gastspiel darüber verkauft wird. Wir schreiben das hin, statt die Lücke als Auswahl auszugeben.

Sortiert ist nach Anlass, nicht nach Datum: erst der Winter, der noch in diesem Jahr stattfindet, dann die große Tour, dann die Märchen- und Familienstoffe, zuletzt die Klassiker und Revuen. Jede Karte zeigt den Verkaufsstatus, den der Veranstalter meldet. Bei durchlaufenden Blöcken steht ein Eintrag mit Zeitraum statt zwanzig identischer Zeilen, und verlegte oder noch nicht bestätigte Termine lassen wir sichtbar, statt sie stillschweigend zu löschen.

Noch in diesem Winter

4 Veranstaltungen im Katalog, mit Verkaufsstatus.

Was in diesem Jahr tatsächlich noch gespielt wird, passt auf eine Hand — und ist fast durchweg Familienprogramm für die Adventszeit. Die Weihnachtsbäckerei läuft als Block über vier Wochen im selben Berliner Haus und steht deshalb als ein Eintrag mit Zeitraum, nicht als achtzehn einzelne Abende.

MAMMA MIA! — eine Tour durch sieben Städte

7 Veranstaltungen im Katalog, mit Verkaufsstatus.

Die Original-Inszenierung trägt den deutschen Musicalkalender des kommenden Jahres: Frankfurt im März, München im April als längster Block, danach Stuttgart, Leipzig, Berlin, Oberhausen und Bremen. Jede Station ist ein eigener Vorstellungsblock über ein bis vier Wochen.

Wir führen die Städte einzeln auf, weil die Karten pro Haus verkauft werden und sich die Verkaufsfenster um Monate unterscheiden. Der Eintrag zeigt jeweils den ersten Abend des Blocks; die vollständige Reihe steht auf der Seite des Hauses.

Märchen, Zauber und Familienabende

5 Veranstaltungen im Katalog, mit Verkaufsstatus.

Der zweite Block des Kalenders sind die Stoffe, die man mit Kindern sieht: Schneekönigin, Aschenbrödel, Aladin, Die Schöne und das Biest. Sie touren durch Stadthallen und Stadttheater, meist mit einem einzigen Abend pro Ort — eine zweite Gelegenheit in derselben Stadt gibt es selten.

Klassiker, Revuen und Tribute-Abende

7 Veranstaltungen im Katalog, mit Verkaufsstatus.

Hier steht, was sich schwerer einordnen lässt: das Phantom in der Produktion von Sasson und Sautter, ein Elvis-Abend, Hairspray, dazu Revuen wie Musical Magics und The Music of Queen.

Eine Kuriosität des Katalogs lassen wir stehen, statt sie zu verstecken: Cirque du Soleil ist dort als Musical geführt. Das ist es nicht, das ist zeitgenössischer Zirkus. Wir zeigen den Termin trotzdem, weil er in dieselbe Suche fällt — und schreiben dazu, was er wirklich ist.

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