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Open-Air Festival mit Kindern: Gehörschutz und Sicherheit

Ein Open-Air mit Kindern kann ein wunderbarer Familienausflug sein – aber nur, wenn Lautstärke, Abstand und Rückzug von Anfang an mitgeplant werden.

Open-Air Festival mit Kindern: Gehörschutz und Sicherheit

Während ein Konzert für Erwachsene oft einfach laut, aber noch gut auszuhalten wirkt, können Kinderohren deutlich empfindlicher reagieren. Live-Events erreichen häufig 90 bis 120 dB(A), in der Nähe von Lautsprechertürmen oder bei besonders lauten Publikumsreaktionen sogar noch mehr.

Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder eine maximale Dauerlautstärke von 75 Dezibel. Ab etwa 85 Dezibel können bei längerer Belastung dauerhafte Gehörschäden entstehen. Das ist kein Grund, das nächste Sommerfestival am Starnberger See oder ein Open-Air-Konzert in der Region grundsätzlich aus dem Kalender zu streichen. Es ist aber ein guter Grund, den Gehörschutz genauso selbstverständlich in die Packliste zu legen wie Sonnencreme, Trinkflasche und Wechselkleidung.

Warum Kinderohren bei Open-Airs besonderen Schutz benötigen

Kinder nehmen ihre Umgebung nicht nur anders wahr, sie können eine belastende Lautstärke auch oft noch nicht zuverlässig einschätzen. Ein Kleinkind sagt nicht unbedingt, dass die Musik unangenehm oder zu laut ist. Es wird vielleicht quengelig, hält sich die Ohren zu, zieht sich zurück oder wirkt plötzlich müde. Bei einem Baby sind die Signale noch weniger eindeutig.

Dazu kommt die Anatomie: Der Gehörgang von Babys und Kleinkindern ist kürzer und enger als der eines Erwachsenen. Dadurch kann der Schalldruck im Innenohr stärker verstärkt werden. Was sich für Eltern am Rand des Festivalgeländes noch erträglich anhört, ist für ein Kind also nicht automatisch genauso unproblematisch.

Gerade bei Open-Airs wird die Lautstärke leicht unterschätzt, weil die Veranstaltung im Freien stattfindet. Die Geräusche verteilen sich zwar anders als in einer kleinen Halle, verschwinden aber keineswegs. Bühnenlautsprecher, Delay-Türme, dicht stehende Menschenmengen und der Schall harter Flächen können die Belastung deutlich erhöhen. Wer mit einem Kinderwagen direkt neben einer Lautsprecherbox steht, befindet sich akustisch nicht in einer geschützten Zone, nur weil über dem Gelände der Himmel zu sehen ist.

Bei einem Familien-Open-Air gehört der Gehörschutz nicht in die Notfalltasche, sondern an den Anfang der Packliste.

Beschädigte Haarsinneszellen im Innenohr regenerieren sich nicht. Pausen können die Belastung verringern und einem Kind helfen, sich zu erholen; sie machen bereits entstandene Schäden jedoch nicht rückgängig. Deshalb ist vorbeugender Lärmschutz bei Freiluftkonzerten die bessere Strategie als abzuwarten, ob das Kind irgendwann unruhig wird.

Welche Kinder besonders empfindlich reagieren

Ein Säugling, ein Kleinkind und ein Grundschulkind brauchen nicht zwingend denselben Umgang mit einem Festivalbesuch. Für sehr junge Kinder ist die Reizmenge insgesamt oft das größere Thema: Musik, Stimmen, Licht, Bewegung, Hitze und ungewohnte Gerüche kommen gleichzeitig zusammen. Ein Baby kann nicht erklären, dass es sich gerade überfordert fühlt.

Bei älteren Kindern lässt sich der Besuch besser gemeinsam vorbereiten. Sie können verstehen, warum der Kapselgehörschutz getragen wird, und sich melden, wenn sie eine Pause brauchen. Trotzdem sollte die Verantwortung nicht beim Kind liegen. Wenn die Bühne lauter wird oder sich die Familie näher am Lautsprecherturm befindet, entscheiden die Erwachsenen über Abstand und Rückzug.

Besonders umsichtig solltest Du bei Kindern sein, die bereits über Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen, eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit oder bekannte Hörprobleme klagen. In solchen Fällen gehört die individuelle Einschätzung durch eine ärztliche Fachperson vor den Festivalbesuch.

Kapselgehörschutz statt Ohrstöpsel: Die passende Wahl für Kinder

Für kleine Kinder ist ein gut sitzender Kapselgehörschutz in der Regel die erste Wahl. Gemeint sind geschlossene, meist verstellbare Gehörschutzkapseln, die beide Ohren vollständig umschließen. Sie lassen sich vor dem Konzert aufsetzen, fallen nicht so leicht heraus und müssen nicht in einen engen Gehörgang eingeführt werden.

Schaumstoff-Ohrstöpsel sind bei kleinen Kindern häufig keine gute Lösung. Der Gehörgang ist dafür oft zu eng, der Stöpsel sitzt möglicherweise nicht zuverlässig und kann unbemerkt herausfallen. Außerdem können Kinder den Schutz selbst herausnehmen, ohne dass die Eltern es sofort bemerken. Kostenlose Ohrstöpsel, die bei Veranstaltungen verteilt werden, sind zudem oft für Erwachsene gedacht und deshalb nicht automatisch für Kinder geeignet.

Beim Kauf hilft ein Blick auf die Kennzeichnung. Kindergehörschutz sollte nach DIN EN 352-1 beziehungsweise der entsprechenden Normenreihe EN 352 zertifiziert sein. Der Dämmwert wird als SNR-Wert, also Single Number Rating, angegeben. Typische Kapselgehörschützer für Kinder liegen ungefähr zwischen 25 und 35 dB SNR.

Der SNR-Wert ist allerdings kein Versprechen, dass jedes Konzert für das Kind einfach um exakt diese Zahl leiser wird. Die tatsächliche Schutzwirkung hängt davon ab, wie gut die Kapseln sitzen, ob die Bügelgröße passt, ob Haare oder Mützen den Abschluss stören und wie laut die Schallquelle in der konkreten Situation ist. Ein Gehörschutz mit hohem Dämmwert, der ständig verrutscht oder vom Kind abgesetzt wird, schützt weniger als ein gut sitzendes Modell, das während des gesamten lauten Abschnitts getragen wird.

Darauf kommt es bei der Passform an

Nimm Dir am besten Zeit, den Gehörschutz zu Hause auszuprobieren, und nicht erst am Einlass zwischen Ticketkontrolle und Getränkestand. Ein Kind sollte sich mit den Kapseln bewegen, den Kopf drehen und eine Weile damit spielen können, ohne dass sie drücken oder verrutschen.

Eine kleine Passform-Prüfung gehört für mich in jede Familien-Packliste:

  • Die Polster liegen rund um beide Ohren an, ohne einen Teil der Ohrmuschel einzuklemmen.
  • Der Bügel sitzt stabil, drückt aber nicht schmerzhaft auf den Kopf.
  • Das Kind kann den Gehörschutz selbstständig auf- und absetzen, braucht dabei aber weiterhin die Begleitung eines Erwachsenen.
  • Die Kapseln schließen auch dann noch gut, wenn das Kind eine dünne Mütze trägt; dicke Kapuzen können den Sitz dagegen verschlechtern.
  • Nach einigen Minuten gibt es keine roten Druckstellen, kein Klagen über Schmerzen und keinen Versuch, den Schutz sofort wieder abzunehmen.

Für Babys und sehr kleine Kinder ist besonders wichtig, dass der Gehörschutz nicht als Ersatz für Abstand und Pausen verstanden wird. Auch ein zertifiziertes Modell macht aus einem lauten Festival keinen ruhigen Ort. Es reduziert die Belastung, aber es hebt sie nicht auf.

Schallpegel verstehen: Warum „nur ein bisschen laut“ trügerisch sein kann

Dezibel werden nicht linear wahrgenommen. Ein Unterschied von wenigen Dezibel klingt für Laien oft nicht dramatisch, kann bei der tatsächlichen Belastung aber eine Rolle spielen. Deshalb ist der Blick auf die Situation hilfreicher als die Frage, ob sich die Musik persönlich noch angenehm anfühlt.

Bei typischen Konzerten und Festivals sind Schallpegel von 90 bis 120 dB(A) möglich. Stadionveranstaltungen und sehr dichte Menschenmengen können Spitzenwerte von 120 bis über 130 dB erreichen. Die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs wird häufig bei ungefähr 120 Dezibel angesetzt, wobei schon deutlich darunter eine schädliche Belastung entstehen kann.

Die 75 dB der WHO-Empfehlung für Kinder sind deshalb keine Festival-Zielmarke, die sich auf dem Gelände normalerweise erreichen lässt. Sie zeigen vielmehr, wie weit die Dauerlautstärke eines Konzerts von einem für Kinder empfohlenen Bereich entfernt sein kann. Bei einem Open-Air geht es folglich um Schadensbegrenzung: Schutz tragen, Abstand halten, Aufenthaltsdauer steuern und regelmäßig in eine leise Umgebung wechseln.

Warnzeichen, bei denen Du sofort reagieren solltest

Kinder reagieren nicht immer mit dem klaren Satz, dass ihnen die Musik zu laut ist. Achte deshalb auf Verhalten und Körpersprache. Ein Rückzugsort ist nicht erst dann nötig, wenn das Kind weint.

Nimm die Lautstärke ernst, wenn Dein Kind:

  • sich wiederholt die Ohren zuhält oder den Kopf wegdreht,
  • ungewöhnlich still, gereizt oder ängstlich wird,
  • sich an Dich klammert und nicht mehr am Geschehen teilnehmen möchte,
  • nach dem Aufsetzen des Gehörschutzes trotzdem unruhig bleibt,
  • über Druck, Schmerzen oder ein Pfeifen im Ohr klagt,
  • nach dem Konzert weiterhin Ohrgeräusche oder eine auffällige Geräuschempfindlichkeit zeigt.

Dann geht es nicht darum, den besten Platz zu verteidigen oder noch den letzten Song abzuwarten. Verlass den lauten Bereich, setz eine Pause an einem ruhigen Ort ein und beobachte, wie es Deinem Kind geht. Halten Beschwerden an oder treten Schmerzen beziehungsweise Hörveränderungen auf, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Strategische Platzwahl: Der Abstand zur Bühne ist Dein stärkster Helfer

Gehörschutz ist wichtig, aber Abstand bleibt die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme. Eine Verdopplung des Abstands zu einer Schallquelle wie einem Boxenturm kann den Pegel um etwa 6 Dezibel verringern. Das klingt nach einer kleinen Zahl, ist bei einem langen Festivalaufenthalt aber ein spürbarer Unterschied.

Für Familien ist der Bereich nahe dem Regiepult, also dem sogenannten FOH, oft eine gute Orientierung. Dort wird der Ton für die gesamte Fläche beurteilt und eingestellt, während die Beschallung in der Regel nicht so unmittelbar auf das Publikum trifft wie direkt vor den Lautsprechertürmen. Ein ruhiger Platz am Rand ist trotzdem nicht automatisch sicher: Entscheidend ist, wo die Boxen stehen, wie die Schallrichtung verläuft und wie dicht die Menschen um Euch herum sind.

Ein guter Familienplatz erfüllt möglichst mehrere Bedingungen:

1. Nicht direkt vor den Lautsprechern stehen.

Besonders die seitlich oder vor der Bühne aufgebauten Boxentürme können in unmittelbarer Nähe sehr laut sein. Halte mit kleinen Kindern großzügig Abstand und wechsle den Standort, wenn sich die Beschallung unangenehm anfühlt.

2. Den Rand der Fläche mitdenken.

Am Rand kannst Du schneller in einen ruhigeren Bereich wechseln, ohne Dich mit einem Kinderwagen durch die Menge schieben zu müssen. Das erhöht den Wohlfühlfaktor und macht spontane Pausen realistischer.

3. Einen Rückzugsort vorab suchen.

Das kann eine ausgewiesene Familienzone, ein ruhiger Wiesenbereich, der Eingangsbereich oder ein ausreichend entfernter Platz außerhalb der Hauptbeschallung sein. Prüfe außerdem, ob dort Schatten, Sitzmöglichkeiten und Toiletten in erreichbarer Nähe liegen.

4. Menschenmengen nicht unterschätzen.

Auch wenn die Musik gerade leiser wirkt, können Jubel, Rufe und dicht stehende Gruppen die Belastung erhöhen. Mit Kindern ist ein Standort mit etwas Bewegungsfreiheit meist die bessere Wahl als die vorderste Reihe.

5. Den Standort im Laufe des Tages anpassen.

Ein Platz, der am Nachmittag angenehm ist, kann später durch eine veränderte Bühnenlautstärke oder eine wachsende Menge unpassend werden. Festivalbesuch mit Familie bedeutet nicht, den ganzen Tag an einem Punkt auszuharren.

Der beste Familienplatz ist selten der mit der kürzesten Sicht zur Bühne, sondern der, von dem aus Du schnell zu Ruhe, Schatten und einem sicheren Ausgang gelangst.

Pausen sind Teil des Konzerts, kein Zeichen, dass der Besuch nicht funktioniert

Viele Familien planen den Festivalbesuch wie einen engen Stundenplan: Einlass, erste Band, Essensstand, Hauptact, Heimfahrt. Mit Kindern funktioniert ein solcher Timetable nur, wenn darin bewusst Luft bleibt. Lärmschutz bei Freiluftkonzerten besteht nicht allein aus dem Produkt auf den Ohren, sondern auch aus der Zeit, in der die Ohren nicht beschallt werden.

Plane lieber mehrere kurze Aufenthalte als einen langen Block direkt an der Bühne. Nach einem lauten Auftritt kann die Familie zu einem ruhigeren Bereich gehen, etwas trinken, essen oder einfach zehn Minuten ohne Musik verbringen. Für Babys und Kleinkinder sind diese Unterbrechungen oft genauso wichtig wie der Gehörschutz selbst.

Wenn Dein Kind im Kinderwagen einschläft, ist das kein Freibrief, in der Nähe der Lautsprecher zu bleiben. Schlafende Kinder können ihre Beschwerden nicht äußern und wachen durch die Belastung nicht unbedingt sofort auf. Auch ein Sonnenschutz am Kinderwagen ist kein Lärmschutz. Der Wagen sollte deshalb mit ausreichend Abstand zur Bühne und zu den Boxentürmen stehen.

Eine realistische Packliste für Open-Air-Festivals mit Kindern

Der Gehörschutz sollte nicht lose im Rucksack liegen, wo er zwischen Snacks und Wechselshirt verschwindet. Bewährt hat sich ein kleines Familienetui, in dem alles zusammenbleibt:

  • passender Kapselgehörschutz für jedes Kind,
  • ein Ersatzmodell oder zumindest ein sauberer Aufbewahrungsbeutel,
  • Trinkflaschen und altersgerechte Snacks,
  • Sonnen- und Regenschutz,
  • Wechselkleidung für nasse Wiesen, plötzliche Wetterwechsel oder verschüttete Getränke,
  • eine kleine Sitzunterlage für den ruhigeren Randbereich,
  • Taschentücher, Feuchttücher und die üblichen persönlichen Dinge,
  • gegebenenfalls eine gut sichtbare Kontaktinformation für ältere Kinder.

Die Kapseln sollten vor und nach dem Einsatz sauber und trocken aufbewahrt werden. Verschmutzte oder beschädigte Polster können unangenehm sitzen und dazu führen, dass das Kind den Schutz absetzt. Bei gemeinsam genutztem Gehörschutz gehört eine Reinigung nach den Herstellerangaben zur Routine.

Zertifizierte Sicherheit: Was beim Kauf wirklich zählt

Die Auswahl im Handel wirkt zunächst überschaubar, wird aber schnell unklar, wenn auf der Verpackung mit besonders hoher Dämmung, bunten Farben und Altersangaben geworben wird. Für die Entscheidung sind weniger die Optik und die höchste Zahl auf dem Karton ausschlaggebend, sondern die Kombination aus Zertifizierung, Passform und Alltagstauglichkeit.

MerkmalDarauf kommt es anWarum es beim Festival zählt
NormKennzeichnung nach DIN EN 352-1 beziehungsweise EN 352Sie zeigt, dass der Gehörschutz nach einer einschlägigen europäischen Norm bewertet wurde.
DämmwertSNR-Wert, bei Kinderkapseln häufig etwa 25–35 dBDer Wert gibt eine Orientierung für die mögliche Schalldämmung, ersetzt aber keine gute Passform.
GrößeAltersangabe und individuell verstellbarer BügelEin zu großer oder zu kleiner Gehörschutz schließt nicht zuverlässig und wird schneller abgesetzt.
OhrmuschelnVollständige, weiche Umfassung ohne DruckstellenNur wenn die Kapseln bequem sitzen, trägt das Kind sie auch während längerer lauter Abschnitte.
GewichtMöglichst leicht und stabilEin schwerer Bügel wird bei kleinen Kindern schnell unbequem, besonders bei Wärme.
HandhabungEinfaches Auf- und Absetzen, robuste PolsterDas hilft bei Pausen, beim Wechsel zwischen ruhigen und lauten Bereichen und bei spontanen Situationen.

Eine möglichst starke Dämmung ist nicht automatisch die beste Wahl, wenn das Kind dadurch die Umgebung kaum noch wahrnimmt oder der Gehörschutz drückt. Bei größeren Kindern kann es außerdem hilfreich sein, vorab zu erklären, dass die Musik gedämpft klingt, Stimmen aber teilweise weiterhin hörbar bleiben. So wirkt das ungewohnte Gefühl nicht plötzlich beunruhigend.

Teste das Modell zu Hause mit normaler Umgebung, nicht mit besonders lauter Musik. Der Gehörschutz soll nicht dazu dienen, ein Konzert im Wohnzimmer nachzustellen. Es geht darum, ob das Kind ihn akzeptiert, ob die Kapseln sicher sitzen und ob der Umgang damit klappt.

Was Veranstaltungsort und Veranstalter beitragen können

Auch die beste Packliste ersetzt keine Informationen vom Veranstalter. Vor dem Ticketkauf beziehungsweise vor der Anreise lohnt sich ein Blick auf die Veranstaltungsseite und gegebenenfalls eine kurze Anfrage. Für Familien sind nicht nur Einlass und Programm interessant, sondern auch die Infrastruktur vor Ort.

Suche nach Angaben zu:

  • ausgewiesenen Ruhe- oder Familienbereichen,
  • Kinderwagenregelungen,
  • Sitzgelegenheiten und Schattenplätzen,
  • Entfernung zwischen Bühne, Lautsprechertürmen und Randbereichen,
  • Toiletten und Wickelmöglichkeiten,
  • Einlassbedingungen für eigene Getränke und Gehörschutz,
  • Ausweichmöglichkeiten bei Regen oder großer Hitze.

Bei Open-Airs in Starnberg und rund um den Starnberger See können Gelände, Bühnenaufbau und Besucherzahl stark variieren. Ein kleines Kulturfest im Freien stellt andere Anforderungen als eine große Open-Air-Party oder ein mehrtägiges Sommerfestival im Fünfseenland. Verlass Dich deshalb nicht allein auf die Bezeichnung „familienfreundlich“. Sie kann bedeuten, dass Kinder willkommen sind; sie sagt noch nicht, dass der lauteste Bühnenbereich für Kinder geeignet ist.

Konkrete Grenzwerte für Veranstaltungen mit gemischtem Publikum in Deutschland lassen sich nicht pauschal auf jedes Festival übertragen, weil örtliche Auflagen und das jeweilige Veranstaltungskonzept eine Rolle spielen. Für Deinen Familienbesuch ist ohnehin entscheidender, wie nah Ihr an der Schallquelle steht, wie lange Ihr dort bleibt und ob Ihr rechtzeitig Pausen einlegt.

Ein entspannter Festivalplan für Familien

Ein Open-Air mit Kindern muss nicht den gesamten Tag umfassen. Oft ist ein kürzerer Besuch mit gutem Abschluss angenehmer als ein überfüllter Plan, bei dem alle bis zum letzten Lied durchhalten müssen. Gerade kleinere Kinder profitieren von einem klaren Ablauf, der trotzdem flexibel bleibt.

So kann der Tag aussehen:

1. Zu Hause anprobieren und vorbereiten.

Der Kapselgehörschutz wird nicht erst am Einlass aus der Verpackung genommen. Dein Kind kennt das Gefühl bereits und kann sagen, ob etwas drückt.

2. Mit ausreichend Zeit ankommen.

Wer gestresst und spät auf das Gelände kommt, sucht den Familienplatz meist dort, wo gerade Platz ist. Ein früher Start macht die Suche nach Abstand, Schatten und Toiletten entspannter.

3. Zuerst den ruhigsten geeigneten Standort wählen.

Von dort aus könnt Ihr später näher an die Musik gehen, wenn Lautstärke, Stimmung und Energie des Kindes es zulassen. Der umgekehrte Weg – aus einer überfüllten, lauten Menge heraus – ist deutlich anstrengender.

4. Den Gehörschutz vor dem lauten Bereich aufsetzen.

Warte nicht, bis Dein Kind bereits die Ohren zuhält. Sobald Ihr Euch der Bühne oder den Boxen nähert, sollten die Kapseln richtig sitzen.

5. Pausen fest einplanen.

Nach einem Auftritt oder sobald die Konzentration nachlässt, geht Ihr in den Rückzugsort. Trinken, essen und ein ruhiger Moment gehören zum Besuch dazu.

6. Den Heimweg nicht zu knapp takten.

Müde Kinder, dunkle Wege und ein voller Parkplatz sind keine gute Kombination. Ein etwas früheres Ende kann den Gesamteindruck retten und verhindert, dass der Festivalbesuch in Überforderung kippt.

Das Entscheidende ist nicht, wie viele Stunden Ihr vor der Bühne verbringt. Ein gelungener Familienausflug ist der, nach dem Dein Kind die Musik in guter Erinnerung behält und nicht die Schmerzen in den Ohren, den Streit um den Gehörschutz oder die hektische Suche nach einem Ausgang.

Mein Fazit: Gehörschutz gehört zur Grundausstattung

Open-Air-Festivals und Konzerte können auch für Familien schöne Erlebnisse sein, wenn die akustische Belastung nicht dem Zufall überlassen wird. Kinderohren sind empfindlicher, Live-Events oft deutlich lauter als der für Kinder empfohlene Dauerbereich, und beschädigte Haarsinneszellen im Innenohr wachsen nicht nach.

Die praktische Kombination ist klar: zertifizierter Kapselgehörschutz, großzügiger Abstand zu Lautsprechern, ein ruhiger Rückzugsort und regelmäßige Pausen. Ergänzt wird das durch eine Packliste, die nicht nur Tickets und Snacks enthält, sondern auch Sonnen- oder Regenschutz, Trinkflaschen und einen Plan für den Heimweg.

Du musst mit Deinem Kind nicht den lautesten Platz erobern und auch nicht bis zum letzten Song bleiben. Wähle den Standort mit dem besten Wohlfühlfaktor, beobachte die Signale Deines Kindes und behandle eine Pause als festen Teil des Festivalerlebnisses. So wird aus dem Open-Air im besten Fall genau das, was es für Familien sein soll: ein schöner Tag draußen, bei dem alle sicher und entspannt nach Hause kommen.

Häufige Fragen

Welcher Gehörschutz ist für Kinder am besten geeignet?
Für Kinder ist ein gut sitzender Kapselgehörschutz die erste Wahl, da er die Ohren vollständig umschließt und nicht so leicht herausfällt wie Ohrstöpsel.
Worauf sollte ich beim Kauf von Gehörschutz für Kinder achten?
Achten Sie auf eine Zertifizierung nach DIN EN 352-1 beziehungsweise EN 352 und wählen Sie ein Modell, das bequem sitzt, keine Druckstellen verursacht und altersgerecht verstellbar ist.
Wie viel Dezibel sind für Kinder auf einem Festival sicher?
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder eine maximale Dauerlautstärke von 75 Dezibel, während Live-Events häufig 90 bis 120 Dezibel erreichen.
Wie erkenne ich, ob es meinem Kind auf dem Festival zu laut ist?
Achten Sie auf Anzeichen wie das Zuhalten der Ohren, ungewöhnliche Stille, Gereiztheit, Ängstlichkeit oder Klagen über Druck und Schmerzen im Ohr.
Ist ein schlafendes Kind im Kinderwagen vor Lärm geschützt?
Nein, ein Kinderwagen bietet keinen Lärmschutz. Auch schlafende Kinder sind der Belastung ausgesetzt und sollten daher mit ausreichend Abstand zu den Lautsprechern platziert werden.

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